Verfasst von: Oli | 24. Oktober 2009

Kundenverarsche

Heute wieder ein Update zum Thema der letzten Tage, gestern entfallen und auf heute verschoben wegen kurzfristigem Besuch am Abend.

Die Fakten: DSL von Arcor/Vodafone geht immer noch nicht, online sind wir per Fonic-Stick bzw. Vodafone-Stick (ich wechsele ständig die SIM-Karten, immer abhängig vom Empfang). Gestern Abend der schon regelmäßige Anruf bei der Hotline. Der Kollege dort laberte den gleichen Mist, wie alle anderen vorher schon: „Großstörung, dauert noch an, wir arbeiten mit Hochdruck“ – Hochdruck? Vielleicht sollten sie es mal mit Besonnenheit versuchen, und Hochdruck(-reiniger) haben in der IT nichts zu suchen. Der Typ ging aber diesmal seine komplette Todo-Liste aus dem Handbuch für Callcenter-Mitarbeiter, Kapitel „Kunden hinhalten“, durch. Ich durfte erst einmal alle Geräte (FritzBox, Splitter usw.) ausschalten, neu starten, Kabel prüfen („Ist Strom drauf?“). Trotz meines Hinweises, dass ich durchaus „vom Fach“ bin und selbst alles schon probiert habe, spielte er das Spiel weiter. Ich habe mir nebenbei ein Bier aufgemacht und mit dem schnurlosen Telefon von Zimmer zu Zimmer gerannt – kostete ja auch nichts, wenigstens die Stör-Hotline ist kostenlos. Ich sah das eher sportlich und als Freitagabend-Spaß. Der Knaller kam zum Ende des Gesprächs: „Tja, da müssen wir ihnen einen Techniker schicken, der ihre Leitung prüft. Stellt sich aber heraus, dass der Fehler auf ihrer Seite liegt, so wäre das kostenpflichtig“ – der Techniker hätte sicherlich eine Ausrede gefunden, mir das anzuhängen. Ich lehnte ab und verwies auf meinen reichhaltigen Fundus an Ersatz-Hardware, um selbst einen Fehler bei mir auszuschließen. „…und tschüss!“ Aber auch der nach dem Telefonat durchgeführte Test mit dem originalen Arcor-Modem und meinem guten aber alten Siemens-Router war das Ergebnis das Gleiche: kein DSL-Sync.

Erneuter Anruf, so eine Art „zweite Meinung einholen“. Diesmal eine Dame (ich habe meistens Pech mit denen, denn die sind i.d.R. zickig). Abermals erzählte ich meine Geschichte (jetzt bereits zum 5. Mal). Sie verwies darauf, dass sie meinen Vorgang ja komplett sehen könne und erzählte mir dann die unglaubliche Geschichte: „Die Störung bei uns war da, ist aber schon behoben“ – wie bitte? „Aber ich sehe hier, dass an ihrem Hauptverteiler eine Störung vorliegt – da dürfen wir aber nicht ran, nur die Telekom darf das“. Geht’s noch? Das wusste der Typ davor nicht? Das muss ich mir durch einen zweiten Anruf mitteilen lassen? Der scheucht mich durch die Gegend, lässt mich mittendrin auch noch in der Warteschleife („Ich frage mal einen Techniker“) und speist mich so ab. Die Frage „an den Techniker“ sah mit Sicherheit so aus, dass er stattdessen seinen Callcenter-Supervisor gefragt hat. Die Antwort von dem höre ich direkt: „Scheuch den durch die Gegend und schick nen Techniker, dann ist der zufrieden“. Ich wette darauf, dass es so war.

Die Dame pflichete mir bei, dass es so nicht geht und versprach, die Telekom anzutriggern, damit hier endlich was passiert. 24h solle es maximal noch dauern, da ja „auch am Samstag bei denen gearbeitet wird“ – wer’s glaubt…

Der Arbeitstag einen Telekom-Sklaven am Samstag sollte nun in vollem Gange sein, bisher ist die Leitung aber tot.

Ich werde für diese Geschichte eine außerordentliche Kündigung einreichen (der Vertrag geht noch bis 2011) – tschüss, Arcor/Vodafone!


Antworten

  1. Bei mir wurde fast das gleiche Spektakel gemacht, und das Bekloppteste ist: wenn ich die Störungsstelle anrufe, sagt mir eine Automatenstimme zuerst, dass der Fehler schon am 5.Oktober 2009 behoben ist was natürlich nicht stimmt und schon drei Wochen her ist. Ich werde heute die Kündigung verschicken.


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