Posted by: Oli | 13. Januar 2008

KDE 4.0 - just my 2 cents

Ich war gestern Abend übermütig und habe kurzerhand das Repo

deb http://ppa.launchpad.net/kubuntu-members-kde4/ubuntu gutsy main

für mein Gutsy eingebunden und einfach mal auf doof in Synaptic nach KDE4 gesucht. Ich habe etliche Pakete gewählt, leider wurden wg. Konflikten nicht alle installiert. Der Desktop selbst ist aber in Xdm als Sitzung wählbar.
So dann, KDE4 mal antesten. Was ich dann allerdings zu sehen bekam, fasse ich hier mal kurz zusammen:

Der Desktop

kde4.png …schimpft sich nun “Plasma”, nichts weiter als eine leere Fläche, die vorab mit dem Panel, dem Tray und dem Menübuttonbefüllt ist. Oben rechts gibt es einen Shortcut, mit dem man weitere Miniprogramme (Plasmoids) auf den Desktop packen kann. Einzig die analoge Uhr habe ich hier noch als “sinnvoll” gefunden, der Rest ist mehr oder minder doppeltes Zeug, das man auch anderswo über das Menü finden kann.

Window-Decorations

Diese gefallen mir ausgesprochen gut, überhaupt ist das ganze “Oxygen” getaufte Design auch bei den anderen GUI-Elemente sehr schön anzusehen. Alles ist sehr rund, aber dezent gestaltet - das Theme hätte ich gerne auf meinem Gnome ;)

[Update]

Mein Wunsch ist erhört worden: viola, das Oxygnome-Theme :-)

Das Menü

Das ist wohl eher als schlechter Scherz der Entwickler gedacht. Bekannt aus Suse (irgendeine 10er glaube ich) und ebenso wenig benutzbar wie “Slab” für Gnome. Wo man sonst für den Aufruf eines Programms ein Klick + Mausbewegung (um die Untermenüs zu öffnen) braucht, benötigt man hier mehrere Klicks bzw. ein mir zu langes Ausharren auf einem Untermenü, damit es sich dann öffnet - bzw. öffnet es sich nicht wirklich, es verschiebt sich nur der Menüausschnitt, so dass man schnell die Übersicht über die Struktur verliert. Das Menü selbst unterteilt sich in verschiedene “Gruppen”, von denen vielleicht noch die Favoriten als praktisch anzusehen sind - die restlichen sind einfach nicht plausibel genug gekennzeichnet.
Man kann allerdings das alte Menü benutzen, wenn man es als Plasmoid in das Panel einbettet und das neumodische entfernt.

Performance

Erstaunlicherweise ist KDE4 trotz optischen Finessen recht flott, es zieht nur massig Leistung an der CPU und der Grafikkarte. Für schwache Rechner ist es also nicht geeignet, maximal ohne die schicken Effekte von Kwin. Trotzdem wird es bei mir trotz 2GB RAM und 512MB Graka schon spürbar langsamer, wenn man mehr als eine größere (>100MB) Anwendung startet.

Kurioses

Kcontrol ist in einersehr abgespeckte Variante vertreten, so fehlt mir hier komplett der Branch für die Audio-Einstellungen. Aufgeräumter ist es zwar, nur verursacht auch das wieder Klicks, die vorher nicht nötig waren. Es ist mir trotz langer suche nicht gelungen, die Systemklänge abzuschalten - was sehr nervig ist.

Fazit

Sicher, es ist “nur” eine Entwicklerversion, sicher werden viele Dinge noch nachgereicht. Das KDE4 aber den Desktop revolutionieren wird, wage ich zu bezweifeln. Ich vergleiche es mal mit Vista: sicherlich ein gutes System, für den DAU vielleicht auch leicht zu handhaben, der Poweruser sehnt sich aber zurück nach der Einfachheit von Win XP, KDE 3.5 oder eben Gnome. Ich habe dem K-Desktop deshalb schon vor einer guten Weile den Rücken gekehrt.
Für die Spielernaturen, die das “Chamäleon” KDE anpassen mögen, bis der Arzt kommt, bietet die 4er sicherlich das eine oder andere Schmankerl, auf das User anderer Desktops nur mit Zusatztools kommen. Uneingeschränkt positiv dagegen: die neuen Wallpaper :-D

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