oder: wie starte ich ätzend ins Neue Jahr.
Nein, es ist nicht nur alleine die Schuld einer Sparkasse, dass ich etwas angepisst bin. Die hat damit am wenigsten zu tun. Aber ich fange mal von vorne an:
Ein Projekt (ein neues altes, ätzendes, großes und unumstößliches) zwingt mich seit Ende 2004 regelmäßig mal kurz, mal lang, nach Hamburg. Eine Stadt, die ich schon deshalb nicht so recht mag, weil sie Berlin sehr ähnlich ist - und ich bin froh, von da weg zu sein, aber dies ist ein anderes Thema.
Jedenfalls mache ich mich heute früh auf den Weg hierher - um 6:12 ging der Zug von DD-Neustadt nach HH-Hbf. Kennt ihr HH-Hbf.? Halb so groß wie der Friedhof von San Francisco, doppelt so tot. Die Fahrt mit unserer ach so tollen, vom Streik heute verschonten Bahn, begann schon klasse. Ich (Reservierung auf Tischplatz) betrete meinen Wagen. Es ist eiskalt. Die Mitreisenden bestätigen die Nichtfunktion der Heizung. Toll. Kurz vor Elsterwerda dann die krächzende Stimme der Zugbegleiterin (Fahrkarten-Knappse): “Sie können gerne in einen anderen Wagen gehen” - ach was! Ich halte es nach weiteren 20 Minuten nicht mehr aus, ich habe eine kalte Nase und ich will ins Bett nach Hause *plerr*. Ich ziehe in den nächsten Wagen um und erhalte einen Tischplatz. Warum ich den brauche? Ich bin 1,91, da muss man schauen, wo man die Haxen verstaut. Abgesehen davon will ich noch was am Rechner machen.
Bis Berlin geht alles gut. Ab hier fällt nun nach und nach auch die Heizung des anderen Wagens aus - in dem ich sitze. Hinter Wittenberge (Frage an die Bahn: warum um alles in der Welt hält der Zug hier in diesem gottverlassenen und hässlichen Kaff eigentlich?) ziehe ich meinen Mantel an, es wird saukalt. Das Gebläse pustet die kalte Luft noch schön in Wagen rein - ich komme mir vor, wie in der Rumänischen Staatsbahn. Und das alles auch noch ohne Kippe…
Endlich in Hamburg angekommen direkt zum Kunden. Dort warten schon “die Neuen” auf mich. Das Team (bisher nur ich) wurde verstärkt durch gleich 3 neue Kollegen, die das Mega-Ding hier stemmen sollen. Zwei von den Dreien kenne ich so noch nicht, aber allesamt sind nett und wir verstehen uns gut - das einzig wirklich Positive bis hierhin. Die Arbeit ist allerdings wie erwartet… sagen wir mal… frustrierend. Notes ist toll, aber die IDE (Designer) ist unter aller Kanone. Ein anspruchsvolles Tabellenlayout ist hiermit nur sehr schwer möglich - und genau das ist es, was wir nun im Januar in ca. 230 Masken exerzieren dürfen *würg*. Irgendwann ist zum Glück Feierabend und ich bin gespannt auf das Hotel, in dem ich nun das erste Mal residieren darf. Auf den Fotos sah es ganz nett aus.
Es ist das “Hotel City House” in St. Georg, einem Viertel, in dem ich nicht tot über dem Zaun hängen mag. Der Kunde ist gleich um die Ecke - passt also irgendwie nicht so recht hier her. Ich übrigens auch nicht. Ich mag Hamburg nicht (siehe oben) und diese Ecke hier noch viel weniger. Egal, ich checke also ein. Frage noch - vorsichtig wie ich bin - ob dies ein Raucherzimmer sei. “Wir sind ein Nichtraucher-Hotel” tönt es von der Azubi-Rezeptions-Trulla - na herzlichen Glückwunsch! Das hätte ich wissen sollen, dann wäre ich gleich woanders hingegangen. Aber es war ja bestellt. Rauchen kann ich nur vor der Tür. Der Wind ist stark, aber ich bin froh, dass es wenigstens jetzt nicht mehr schifft, so wie heute Morgen und zum Feierabend noch. Aber es ist schon echt scheiße, wenn man den Feierabend eh in irgendeiner Klitsche verbringen muss - und dann noch so eingeschränkt ist. Bier ist jedenfalls da, hatte vorher noch einen Abstecher zu Lidl gemacht - Prost!
Bin gespannt auf das Frühstück morgen früh. Aber abgesehen davon, landet die Bude auf meinem Index. Es gibt zwar WLAN für Lau, aber hier in meinem Zimmer wurde früher geraucht - ich rieche das. Ich schätze, diese Nicht-Qualm-Regelung gilt erst seit Neujahr. Danke, Bunderegierung!
Fazit: ein Montag, wie er im Buche steht.
2 Kommentare
Meine guete, So stellt mann sich ein Deutscher vor…schlecht gelaunt und nur am meckern. Versuche doch mahl das leben zu geniessen und ab und zu ein positieven ton von dir zu geben. Kleiner tip : http://www.youtube.com
Laughing baby josephine anschauen. vieleicht bringts ja was. Viele gruesse von eine froehliche hollaenderin
Tja, deswegen heißt dieser Blog ja auch “Rotz-Blog”. Aber keine Sorge, wir deutschen sind nicht immer und alle so - und ich schon gar nicht. Ich provoziere nur und lasse hier Dampf ab.
Lieben Gruß nach Holland
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